Henry David Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern

Henry David Thoreau (1817-1862) begann im März 1845 mit dem Bau einer Blockhütte am Waldenteich unweit der Stadt Concord (Massachusetts), um dort gut zwei Jahre zu leben. Die Erfahrungen, die er dort in der freien Natur gemacht hat, schildert er in seinem Buch „Walden; or, Life in the Woods“, das am 9. August 1854 erschien. Alle Gedanken Thoreaus sind von der Frage geleitet, ob und wie ein wirklich freies Leben möglich ist, denn für ihn ist es nicht genug, geistreiche philosophische Gedanken zu haben, vielmehr muss man die Weisheit so sehr lieben, dass man sich bemüht, ein entsprechendes Leben zu führen.

Inhalt

01. Ökonomie [Economy]
02. Wo und wofür ich lebte [Where I Lived, and What I Lived For]
03. Lesen [Reading]
04. Laute [Sounds]
05. Einsamkeit [Solitude]
06. Besucher [Visitors]
07. Das Bohnenfeld [The Bean-Field]
08. Das Dorf [The Village]
09. Die Teiche [The Ponds]
10. Baker Farm [Baker Farm]
11. Höhere Gesetze [Higher Laws]
12. Tiernachbarn [Brute Neighbors]
13. Wohnen und heizen [House-Warming]
14. Frühere Bewohner & Wintergäste [Former Inhabitants; and Winter Visitors]
15. Wintertiere [Winter Animals]
16. Der Teich im Winter [The Pond in Winter]
17. Frühling [Spring]
18. Schluß [Conclusion]

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Literatur

01. Ökonomie [Economy]

Thoreau eröffnet sein Buch mit der Bemerkung, dass er den größten Teil der folgenden Seiten während seines gut zwei Jahre dauernden Aufenthalts in einem Haus am Ufer des Waldenteichs [Walden Pond] in Concord (Massachusetts) schrieb. Er würde seine Angelegenheiten dem Leser nicht aufdrängen, wenn sich seine Mitbürger, nicht die genauesten Erkundigungen über seine Lebensweise eingeholt hätten.

Es folgt eine Charakterisierung der Bewohner Neuenglands und ihrer schlechten Lebensverhältnisse, von denen Thoreau behauptet, dass das Unglück dieser Menschen darin besteht, Güter, Häuser, Scheunen, Vieh und Ackergeräte geerbt zu haben und sich durch diese Dinge zu versklaven. Vor allem ist die damit einhergehende überflüssige und grobe Arbeit der Muße und zärtlichen Behandlung eines Menschen abträglich, welche man aufbringen muss, um zu einer wahren Ganzheit zu gelangen. Für Thoreau handelt es sich bei dieser Lebensweise um eine Selbstversklavung, bei der man zum Gefangenen seiner Privatmeinung wird. Deswegen ist es wichtig, jede Lebensweise zu überprüfen, um nicht die fatale Überzeugung auszubilden, dass man keine Wahl hätte. Ältere Leute können einem jedoch in diesen Fragen, so Thoreau, keinen sinnvollen Rat geben: Letztlich bleibt man auf seine eigenen Erfahrungen angewiesen. Thoreau sagt, dass er einige Fehler hätte vermeiden können, wenn er rechtzeitig daran gedacht hätte, dass dieselbe Sonne, welche seine Bohnen zur Reife bringt, zugleich ein ganzes System von Weltenkörpern beleuchtet. Er scheint damit zum Ausdruck bringen zu wollen, dass das richtige Leben ein Bewusstsein für die unzähligen Perspektiven erfordert, die man gerade nicht einnehmen kann.

Es folgt eine Überlegung hinsichtlich grundlegender Lebensbedürfnisse [necessary of life], wozu Nahrung, Wohnung, Kleidung und Brennmaterial gehören. Gleich nach diesen Lebensnotwendigkeiten kommen Geräte, wie eine Axt, ein Spaten, ein Schubkarren und für Studierende Lampenlicht, Schreibmaterial und einige wenige Bücher. Dinge, die man darüber hinaus besitzt, können dazu führen, dass man nicht mehr unparteiisch und vernünftig ist. Mit seinen Gedanken über Lebensbedürfnisse und Luxus wendet sich Thoreau an jene Menschen, die unzufrieden sind und sich über die Härte des Schicksals beschweren, obwohl sie ihre Situation verbessern könnten, aber auch an Menschen, die Geld angehäuft haben und nicht wissen, wie sie es gebrauchen sollen.

Thoreau berichtet über seine Gewohnheiten, Lieblingsunternehmungen und Geschäftsroutinen, zu denen u. a. der Aufenthalt in der freien Natur gehört und die schlecht bezahlte Tätigkeit für eine Zeitung. Da er keine ausreichend gut bezahlte Anstellung finden konnte, wandte er sich mehr und mehr der Natur bzw. dem Wald zu, um sich schließlich am Waldenteich niederzulassen.

Die Kleidung hat für Thoreau zwei Zwecke: Sie muss die Lebenswärme bewahren und sie muss in unserer Gesellschaftsordnung die Nacktheit verdecken. Alle zusätzlichen Ansprüche an die Kleidung, wie zum Beispiel der Wunsch, modisch zu erscheinen, sind gegenüber der charakterlichen Beschaffenheit des Menschen, der diese Kleidung trägt, unwichtig. In diesem Sinne ist eine neue Kleidung nur dann angeraten, wenn man sich zuvor zu einem neuen Menschen entwickelt hat.

Was die Wohnung betrifft, so argumentiert Thoreau dafür, dass der Wert moderner Errungenschaften der Zivilisation nur dann sinnvoll bemessen werden kann, wenn diese Errungenschaften ins Verhältnis zu den hohen Kosten gesetzt werden, die mit ihnen einhergehen. Hier zeigt sich, dass die Wohnungen des Wilden im Vergleich zu den Wohnungen der Zivilisation nicht schlechter, oft sogar besser abschneiden, denn der Luxus der Zivilisation wird durch die Armut einer Klasse erkauft, die schlechter leben muss, als der Wilde. Thoreau möchte nicht die Lebensform des Wilden wählen, vielmehr möchte er die Vorteile der Zivilisation bis zu jenem Grad nutzen, bei dem die Nachteile nicht eintreten.

Nach diesen Vorüberlegungen folgt die genaue Schilderung von Thoreaus Experiment, das mit dem Bau seines Hauses Ende März 1845 begann. Hierzu macht Thoreau u. a. die Bemerkung, dass die Schönheit eines Hauses bzw. einer Wohnung aus den Bedürfnissen und Eigentümlichkeiten des Bewohners, aus dessen unbewusster Wahrheitsliebe und Vornehmheit hervorgeht und nicht aus einem Gedanken an das Aussehen. Die Kosten von Thoreaus Haus fielen geringer aus als die Jahresmiete für ein Studentenzimmer im Cambridge College. Über die Erfahrungen, die man bei lebensnahen Tätigkeiten, wie etwa dem Hausbau macht, sagt Thoreau, dass sie den Verstand ebenso gut schärfen wie die Mathematik.

Was die Nahrung bzw. den Ackerbau betrifft, so hat Thoreau die Erfahrung gemacht, dass man nicht mehr als ein paar Quadratmeter bebauen muss, um davon leben zu können. Kritisch äußert er sich gegenüber jenen Arbeiten, die durch Eitelkeit motiviert sind und in keinem angemessenen Verhältnis zu den geistigen Tätigkeiten stehen, die dem Menschen eigentlich würdig sind. So hält Thoreau das Erbauen von Monumenten oder das Nutzen von Tieren, um den Ackerbau über die eigenen Bedürfnisse hinaus zu betreiben, für völlig verfehlt.

Thoreaus Einrichtung umfasst nur wenige unentbehrliche Dinge. Wer sich an seine Einrichtung klammert und nicht bereit ist, sein Gerümpel wegzuwerfen, steckt in der Klemme. Ein solcher Mensch sollte wie der Fuchs seinen Schwanz in der Falle lassen.

Von allen Versuchen, seinen Lebensunterhalt zu sichern, ist für Thoreau die Arbeit des Tagelöhners die beste, da sie mit dem Sonnenuntergang endet und man nicht Gefahr läuft, sich tiefer in die Geschäfte zu verstricken. Mit all diesen Überlegungen möchte Thoreau niemandem vorgeben, wie man zu leben habe, vielmehr soll jeder seinen eigenen Weg gehen, was aber auch bedeutet, sich von Vorurteilen frei zu machen.

Die abschließenden Gedanken des ersten Kapitels behandeln das Thema der Selbstsucht und Philanthropie. Thoreau argumentiert dafür, dass sich Selbstsucht und Philanthropie nicht gegenseitig ausschließen, sondern in vielfältiger Weise zusammenhängen. So kann sich eine vermeintliche Philanthropie als verkappte Selbstsucht entpuppen und umgekehrt, eine vermeintliche Selbstsucht auf alle Menschen in positiver Weise auswirken.

02. Wo und wofür ich lebte [Where I Lived, and What I Lived For]

Thoreau erzählt von seiner Suche nach einem Fleckchen Erde, um sich dort niederzulassen und schildert seinen Kauf und unmittelbar folgenden Verkauf der Hollowell-Farm. Seinen Mitmenschen rät er, so lang wie möglich frei und unbelastet zu bleiben, da es nur wenig Unterschied macht, ob man Gutsbesitzer ist oder im Gefängnis sitzt. Das nächste Experiment, das nach der Hollowell-Farm folgte, war der Aufenthalt am Waldenteich, den Thoreau nun ausführlicher schildert. Jedes morgendliche Erwachen am Waldenteich war für ihn eine Aufforderung, sein Leben so einfach und unschuldig zu gestalten wie die Natur selbst. Wir müssen lernen, wieder wach zu werden, so Thoreau: Nicht bloß wach genug, um physische Arbeit zu verrichten, sondern einen gesteigerten Zustand des Wachseins erreichen, der zu einem poetischen und göttlichen Leben führt. Dem Leben in Luxus und dem Mangel an einem würdigen Ziel setzt Thoreau ein Leben in Einfachheit und ohne Eile entgegen. Um nicht dem Schein der Dinge und einem verengten Wirklichkeitsbild zu erliegen, ist es wichtig, die uns umgebende Wirklichkeit ständig in uns aufzunehmen und uns von ihr durchdringen zu lassen.

03. Lesen [Reading]

Würden sich die Menschen genauer überlegen, womit sie sich beschäftigen wollen, würden sie alle zu Studierenden und Forschern, so Thoreau, denn allein im Forschen nach Wahrheit sind wir unsterblich. Thoreau plädiert für eine Lektüre der Klassiker in der jeweiligen Originalsprache. Gut Lesen bedeutet eine höhere Anstrengung als irgendein moderner Sport: Wie ein Athlet muss auch der Leser stetig und lebenslang das Lesen trainieren. Die Werke der großen Dichter sind für Thoreau bisher nur so gelesen wurden, wie die Menge die Sterne liest, d. h. astrologisch, nicht aber astronomisch. Ausführlich äußert sich Thoreau über das Geistesleben seiner Stadt Concord: Wie der Edelmann sich mit Dingen umgibt, die seinen Geist verfeinern, soll auch die Stadt für ein geistvolles Leben sorgen, indem sie Schulen für Erwachsene gründet, eine große Bibliothek bereitstellt und Gelehrte aus aller Welt einlädt.

04. Laute [Sounds]

Die Tage am Waldenteich hat Thoreau aus rein innerem Antrieb verbracht: Keine Uhr und keine Gliederung in Wochentage haben seinen Tagesablauf zerhackt. Was seinen Mitbürgern als Faulheit erschienen wäre, war für ihn die natürliche Ruhe des Tages, das natürliche Maß der Vögel und Blumen. Das Leben selbst war für ihn die Unterhaltung, die andere im Theater oder in Gesellschaft suchen. Im weiteren Verlauf des Kapitels schreibt Thoreau über den Handel und Unternehmensgeist, den Einfluss der Eisenbahn auf das Leben der Menschen und die verschiedenen Geräusche im Wald.

05. Einsamkeit [Solitude]

Thoreau findet in der Natur die unschuldigste und aufmunterndste Gesellschaft, was ihm den Zweifel daran nimmt, ob nicht die Nähe zu Mitmenschen für ein gesundes und heiteres Leben notwendig sei. Daher fühlt er sich nicht einsamer als eine Löwenzahnblüte auf der Weide, ein einzelnes Wollkräutchen oder eine bescheidene Biene.

06. Besucher [Visitors]

Während seines Aufenthaltes im Wald hatte Thoreau mehr Besucher als zu irgendeiner anderen Zeit seines Lebens. Eine Schwierigkeit, mit der sich Thoreau in seinem kleinen Haus konfrontiert sah, bestand darin, eine genügend große Entfernung zu seinem Gast herzustellen, wenn bei einem Gespräch besonders umfangreiche Gedanken formuliert wurden: Gedankenvolle Sätze brauchen Platz, um sich zu entfalten. Einer seiner Besucher war ein einfacher, demütiger und natürlicher Mensch, ein achtundzwanzigjähriger Holzfäller aus Kanada, für den sich Thoreau interessierte, weil er so still und einsam und dabei so glücklich war. Thoreau beschreibt ihn als jemanden, bei dem hauptsächlich der animalische Mensch entwickelt sei und der in seiner physischen Ausdauer und Zufriedenheit mit der Fichte und dem Felsen verwandt sei.

07. Das Bohnenfeld [The Bean-Field]

Thoreau schildert ausführlich seine Arbeit auf dem Bohnenfeld. So, wie sich die Menschen um die Bohnensaat kümmern, sollten sie sich auch um eine neue Menschengeneration kümmern, indem sie darauf achten, dass Eigenschaften wie zum Beispiel Wahrheit und Gerechtigkeit Wurzeln fassen. Thoreau kritisiert den modernen Ackerbau, in dem der Boden nur als Besitz angesehen wird bzw. als ein Mittel gesehen wird, zu neuem Besitz zu gelangen, so dass der moderne Landmann die Natur lediglich aus der Perspektive des Räubers kennt.

08. Das Dorf [The Village]

Jeden oder jeden zweiten Tag schlenderte Thoreau ins Dorf, um Neuigkeiten zu vernehmen, die in homöopathischer Dosis so erfrischend auf ihn wirkten, wie das Rascheln der Blätter. Den Heimweg trat er mitunter bei völliger Dunkelheit an, so dass nur seine Füße den richtigen Pfad identifizieren konnten. Als er eines Nachmittags gegen Ende des ersten Sommers ins Dorf ging, wurde er verhaftet und ins Gefängnis gebracht, weil er seine Steuern nicht bezahlte und die Autorität des Staates nicht anerkannte.

09. Die Teiche [The Ponds]

Über den Waldenteich sagt Thoreau, dass er zwar für viele Menschen, die ihn kennen, keinen großen Reiz ausübe, doch möchte Thoreau eine ausführliche Beschreibung des Teiches geben, da er sich durch eine außerordentliche Reinheit und Tiefe auszeichne. Er beschreibt u. a. die verschiedenen Farben des Teiches, die Veränderungen der Wasseroberfläche, das Ufer, den Wasserstand, die Wassertemperatur, die Fische im Teich und die Verbindung zu anderen Teichen der Umgebung.

10. Baker Farm [Baker Farm]

Thoreau berichtet, wie er eines Nachtmittags zum Fischen nach Fair Haven ging und aufgrund eines Gewitters in einer Hütte Unterschlupf fand, die von John Field, nebst Frau und mehreren Kindern bewohnt wurde. John Field verbringt ein eben in Armut, weil er es nicht schafft, seine uralten, versumpften Gewohnheiten zum Armsein loszuwerden. Mangel an Mut und Vertrauen führt zu einem freudlosen Leben gleich Leibeigenen, in dem es nur noch um Kaufen und Verkaufen geht.

11. Höhere Gesetze [Higher Laws]

Thoreau kennt und achtet sowohl den Trieb nach einem höheren, geistigen Leben als auch den Trieb nach einem primitiven, urwüchsigen und wilden Leben, in welchem man jagt und angelt. Entsprechend sagt er über den Jungen, der nie eine Flinte losschießen durfte, dass man ihn nur bemitleiden könne. War der Jüngling zunächst Fischer und Jäger, so wird er, wenn er den Keim zu einem besseren Leben in sich hat, zu einem Naturforscher oder Philosoph, der die Flinte und Angelrute hinter sich lässt. An sich selbst beobachtet Thoreau einen zunehmenden Widerwillen gegen animalische Nahrung: Dieser Widerwillen resultiert jedoch nicht aus Humanitäts- oder Vernunftgründen, sondern stellt nur ein vages Gefühl dar, eine kleine Andeutung eines reinlichen und feinfühligen Lebens, wie die ersten Streifen am Morgenhimmel. Über Opium, Wein, Kaffee und Tee sagt Thoreau, dass diese Mittel lediglich anzeigen, wie tief man gesunken sei, wenn sie einen zu reizen vermögen.

12. Tiernachbarn [Brute Neighbors]

Zu den Tieren, die Thoreau am Waldenteich ausführlich beobachten konnte, zählten u. a. Mäuse, die Phoebe, Rotkehlchen, Rebhühner, Otter, Waschbären, Ameisen, Eistaucher (Colymbus glacialis) und Enten. Sehr ausführlich schildert er einen Ameisenkampf.

13. Wohnen und heizen [House-Warming]

Den Ausdruck „House-Warming“ verwendet Thoreau als ein Wortspiel, da er zum einen eine Hauseinweihung bezeichnet, zum anderen, im wortwörtlichen Sinne, das Heizen eines Hauses. Dieser Doppelbedeutung entsprechend, geht Thoreau auf den Bau seines Kamins ein und auf die Frage, was es im engeren Sinne bedeutet, in einem Haus zu wohnen. Ein offenes und gastfreundliches Haus ist so beschaffen, dass dem Gast keine besondere Zelle zugewiesen wird, in welcher er nur sieben Achtel des Hauses zu sehen bekommt, – es ist ein Haus, in dem man den Kessel sieden hört und dem Ofen, der das Brot bäckt, seinen Respekt zollen kann.

14. Frühere Bewohner & Wintergäste [Former Inhabitants; and Winter Visitors]

Da Thoreau im Winter nur selten Besuch bekam, hat er sich die früheren Bewohner des Waldes gedanklich vergegenwärtigt, um in den Genuss menschlicher Gesellschaft zu kommen. Darüber hinaus unternahm er auch bei tiefstem Schnee regelmäßig ausführliche Spaziergänge bzw. Ausflüge. Zu den wenigen Menschen, die ihn im Winter besuchten, zählten u. a. ein gescheiter Farmer (Edmund Hosmer), ein Dichter (Ellery Channing) und ein Philosoph (Bronson Alcott).

15. Wintertiere [Winter Animals]

Zu den Tieren, die Thoreau im Winter beobachten oder hören konnte, zählten u. a. die Heuleule [hooting owl], Wildgänse, die Katzeneule [cat owl] (Bubo virginianus), Füchse, Eichhörnchen [red squirrels] (Tamiasciurus hudsonicus), Mäuse, Kaninchen, Häher [(blue) jays] (Cyanocitta cristata), Meisen [(black-capped) chickadees] (Parus atricapillus), Rebhühner [partridges] und Hasen [hares].

16. Der Teich im Winter [The Pond in Winter]

Thoreau geht auf die Geschehnisse ein, die rund um den Teich im Winter stattfanden: Er beschreibt die Angler, die Eisschneider und seine Bemühungen, die Tiefe und den Zu- und Abfluss des Waldenteichs zu ermitteln.

17. Frühling [Spring]

Einer der Gründe, weshalb Thoreau seinen Wohnsitz im Wald aufschlug, war der Wunsch, in Muße den Frühling einziehen zu sehen. Die Ankunft des Frühlings vergleicht Thoreau mit der Erschaffung des Kosmos aus dem Chaos und der Verwirklichung des goldenen Zeitalters. Mit dem siebzehnten Kapitel endet der Bericht über den zweijährigen Aufenthalt am Waldenteich.

18. Schluß [Conclusion]

Thoreau formuliert ein Plädoyer für die Selbsterkundung: Für die Welten und Kontinente in uns selbst, für den Ozean der eigenen Einsamkeit sollen wir Kolumbus sein, nicht auf der Suche nach Straßen und Handelswegen, sondern nach Gedanken. Für einen vernünftigen Menschen bedeutet dies zugleich, dass er oft in nachdrücklicher Opposition zu den heiligsten Gesetzen der Gesellschaft stehen wird, weil es für ihn noch heiligere Gesetze – diejenigen des eigenen Seins – gibt. Die Zuversicht für dieses Plädoyer hat Thoreau bei seinem Experiment am Waldenteich gewonnen, indem er die Erfahrung machte, dass ein vertrauensvolles Vorwärtsschreiten in Richtung seiner Träume zu einem Erfolg führte, von dem er nicht zu träumen wagte. Wie eingeschränkt und niedrig das Leben eines Menschen aufgrund von Armut auch sein mag, – die bedeutendsten und richtigsten Erfahrungen, die Lebensbedürfnisse der Seele sind stets kostenlos.

American Transcendentalism Web: Website über den Amerikanischen Transzendentalismus.
Jeffrey S. Cramer: Herausgeber von Werken Henry David Thoreaus bei Yale University Press.
Henry David Thoreau Online: Übersichtliche Sammlung der Werke von Henry David Thoreau.
Henry David Thoreau (Stanford Encyclopedia of Philosophy): SEP-Eintrag zu Henry David Thoreau.
Teacher’s Guide to Walden: Lektürehilfe zu Walden von Richard J. Schneider.
The Thoreau Reader: Kommentierte Werksammlung von Henry David Thoreau.
The Thoreau Society: Älteste und größte Gesellschaft zur Förderung des Interesses an Thoreau.
The Walden Woods Project: Gemeinnützige Organisation für die Erhaltung von Thoreaus Erbe.
The Writings of Henry David Thoreau: Gesamtausgabe bei Princeton University Press.
Transcendentalism (Stanford Encyclopedia of Philosophy): SEP-Eintrag zum Transzendentalismus.

Literatur

Deutschsprachige Übersetzungen von Walden:

  • Thoreau, Henry David: Walden oder Leben in den Wäldern, aus dem Amerikanischen von Emma Emmerich und Tatjana Fischer, Vorwort von Walter E. Richartz, Zürich: Diogenes Verlag, 1971.
  • Thoreau, Henry David: Walden: Ein Leben mit der Natur, übersetzt von Erika Ziha, ergänzt und überarbeitet von Sophie Zeitz, München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1999.
  • Thoreau, Henry David: Walden oder Hüttenleben im Walde, übersetzt von Fritz Güttinger, Zürich: Manesse Verlag, 1972.

Moderne englischsprachige Ausgaben von Walden:

  • Thoreau, Henry David: Walden, hrsg. von Bill McKibben, Boston (Massachusetts): Beacon Press, 2004.
  • Thoreau, Henry David: Walden: A Fully Annotaded Edition, hrsg. von Jeffrey S. Cramer, New Haven (Connecticut), London: Yale University Press, 2004.
  • Thoreau, Henry David: Walden: 150th Anniversary Edition, hrsg. von J. Lyndon Shanley, Einleitung von John Updike, Princeton, Oxford: Princeton University Press, 2004.
  • Thoreau, Henry David: Walden, Civil Disobedience, and Other Writings, hrsg. von William Rossi, New York (New York): Norton, 2008.

Weiterführende Literatur:

  • Bloom, Harold (Hrsg.): Bloom’s Modern Critical Views: Henry David Thoreau, New York (New York): Infobase Publishing, 2007.
  • Cafaro, Philip: Thoreau’s Living Ethics: Walden and the Pursuit of Virtue, Athens (Georgia): University of Georgia Press, 2004.
  • Cain, William E. (Hrsg.): A Historical Guide to Henry David Thoreau, Oxford: Oxford University Press, 2000.
  • Cavell, Stanley: Die Sinne von Walden, übersetzt von Klaus Bonn, mit einem Essay von Mark Greif, Berlin: Matthes & Seitz, 2014.
  • Guthrie, James R.: Above Time: Emerson’s and Thoreau’s Temporal Revolutions, Columbia (Missouri), London: University of Missouri Press, 2001.
  • Harding, Walter Roy: The Days of Thoreau: A Biography, New York (New York): Dover Publishing, 1982.
  • Hodder, Alan D.: Thoreau’s Ecstatic Witness, New Haven (Connecticut), London: Yale University Press, 2001.
  • Mooney, Edward F.: Lost Intimacy in American Thought: Recovering Personal Philosophy from Thoreau to Cavell, New York (New York), London: Continuum, 2009.
  • Mooney, Edward F.: Excursions with Thoreau: Philosophy, Poetry, Religion, New York (New York), London: Bloomsbury Academic, 2015.
  • Myerson, Joel (Hrsg.): The Cambridge Companion to Henry David Thoreau, Cambridge: Cambridge University Press, 1995.
  • Myerson, Joel (Hrsg.): Transcendentalism: A Reader, Oxford: Oxford University Press, 2000.
  • Sayre, Robert F. (Hrsg.): New Essays on Walden, Cambridge: Cambridge University Press, 1992.
  • Tauber, Alfred I.: Henry David Thoreau and the Moral Agency of Knowing, Berkeley und Los Angeles (California), London: University of California Press, 2001.
  • Thorson, Robert M.: Walden’s Shore: Henry David Thoreau and Nineteenth-Century Science, Cambridge (Massachusetts), London: Harvard University Press, 2014.
  • Walls, Laura Dassow: Seeing New Worlds: Henry David Thoreau and Nineteenth-Century Natural Science, Madison (Wisconsin): The University of Wisconsin Press, 1995.
  • Wayne, Tiffany K.: Encyclopedia of Transcendentalism, New York (New York): Facts On File, 2006.